Über die Biennale

Jell On, Phens und Phrallas!

Von Damian Le Bas, Delaine Le Bas und Hamze Bytyçi

„Gypsy Europa ist mein Traum, genau wie Martin Luther Kings Traum. Meine Karten sind eine subversive imaginäre Eroberung, ein Roma-Widerstand gegen Rassismus und Rechtspropaganda. Ich kann nicht gut lesen und schreiben, also ist meine Kunst meine Stimme und Waffe für meinen Roma-Widerstand. Wir Roma müssen aufhören, uns über unsere Differenzen aufzuregen, und anfangen, das Gemeinsame zu feiern. Die Jagd ist im Gange und wir sind die Beute, Ost- und Westeuropa haben eine Geschichte des Völkermordes, es geschah wieder auf dem Balkan in unserer jüngeren Geschichte.“ Damian Le Bas für die Roma Armee

Wir kommen von einem Ort, an dem Menschen uns erzählen, dass Träume nicht wahr werden können. Aber wir glauben an magische Momente, in denen alle Elemente zusammenkommen und das Unmögliche möglich wird. Diese Erste Roma-Biennale ist eine Zusammenarbeit der Roma-Selbstorganisation RomaTrial, dem Maxim Gorki Theater und des Studio Я als „Hauptquartier“ von Roma und Nicht-Roma aus ganz Europa. Die Idee der Roma Biennale kann sich im Laufe der Zeit verändern und an den Ort anpassen, an dem sie stattfindet. Es geht darum, über neue Wege nachzudenken, die so fließend sind wie das Leben selbst. Deshalb konzentriert sich die Erste Roma Biennale auf Performance-Kunst. Wir fragen uns, wo jede und jeder hingehört und ob es andere, selbstbestimmte und künstlerische Wege gibt, dies zu definieren. Wir machen die Wechselwirkung zwischen Rassismus, Sexismus und Homophobie deutlich und offenbaren, dass die Grenzen der Feindseligkeit gegenüber „den anderen“ leicht zu verschieben sind – und dass an einem gewissen Punkt jede und jeder von uns einer Minderheit angehört.

Deshalb rufen wir alle Minderheiten dazu auf: COME OUT NOW! Solidarisiert euch miteinander! Wie es der Initiator der Ersten Roma-Biennale formuliert hat:

„Durch Zusammenhalt können wir von Landstreichern und Dieben zu den Königen und Königinnen von Gypsyland Europa werden. Denn wäre Europa ohne uns Gypsies nicht langweiliger?“

Ein Projekt von RomaTrial e.V. und Maxim Gorki Theater / Studio Я für das Bündnis für Solidaritat mit den Sinti und Roma Europas, gefördert durch den Hauptstadtkulturfonds. Mit freundlicher Unterstützung des Collegium Hungaricum Berlin. Die Retrospektive GYPSYLAND findet in Zusammenarbeit mit der Allianz Kulturstiftung statt.